DWCor®-Kombischacht: Wenn jeder Zentimeter zählt
Im fränkischen Ansbach wurden im Stadtteil Meinhardswinden der Mischwasserkanal und der Fremdwasserkanal mit Produkten von Funke Kunststoffe erneuert. Eingesetzt wurden neben dem HS®-Kanalrohrsystem und Funke Kunststoffschächten auch drei DWCor®-Kombischächte. Im engen Baugraben zeigen die kompakten Schachtbauwerke ihre wahre Größe.
Es war das letzte noch fehlende Stück, welches sich die Abwasserentsorgung Ansbach AöR (awean) zwischen November 2024 und August 2025 vorgeknöpft hat. Mit der Kanalerneuerung in der Wald-, Eichen- und Finkenstraße sind nun auch im westlichen Bereich des Stadtteils Meinhardswinden die abwassertechnischen Voraussetzungen auf dem neuesten Stand. Dafür wurde das alte, vorwiegend aus Beton und in Teilen aus Steinzeug bestehende Kanalnetz als modifiziertes Mischsystem mit Produkten der Funke Kunststoffe GmbH, Hamm, ersetzt. Sowohl der Mischwasserhauptkanal einschließlich der Hausanschlüsse bis zur Grundstücksgrenze als auch der vorhandene Fremdwasserkanal wurden hierfür neu verlegt.
Funke-Produktpalette
Neben insgesamt rund 800 m HS®-Kanalrohren in den Nennweiten zwischen DN/OD 160 und DN/OD 400, zehn Funke-Kunststoffschächten DN 1000, 13 Funke-Kunststoffschächten DN 800 und dem innenliegenden Absturz Funke-ILA baute die mit der Ausführung beauftragte Rossaro Bauunternehmung GmbH, Aalen, auch drei DWCor®-Kombischächte des Kunststoffherstellers ein. Der Spezialschacht wurde eigens für beengte Platzverhältnisse konstruiert, denn er ermöglicht eine getrennte Führung zweier Kanäle durch einen einzigen Schacht. In Ansbach-Meinhardswinden wird das Mischwasser nun in diesem besonderen Schachtbauwerk in einem offenen Gerinne geführt, während das Fremdwasser durch ein seitlich an der Schachtwand angebrachtes, geschlossenes HS®-Kanalrohr fließt. Der Zugang zum Fremdwasserkanal ist vom Schachtinneren aus durch eine HS®-Laser- und Reinigungsöffnung sichergestellt.
Für die Maßnahme in Ansbach-Meinhardswinden erwiesen sich die DWCor®-Kombischächte angesichts der engen Platzverhältnisse als ideale Lösung. Jochen Kuhn, Leiter Kanalbau und -betrieb bei der awean: „Die Straßenbreite liegt zwischen 3,00 und 4,70 m. Das ist nicht viel. Zumal im Baugraben auch Versorgungsleitungen wie zum Beispiel für Gas, Wasser und Strom entlanglaufen. Der Fremdwasserkanal und der Mischwasserkanal sind nur 50 bis 70 cm voneinander entfernt. Indem die beiden Kanäle durch ein Bauwerk geführt werden, haben wir unterirdisch viel Platz gewonnen.“
Gewachsenes System
Schon seit langem gibt es im Stadtteil Meinhardswinden einen Fremdwasserkanal. Laut Kuhn handelt es sich um ein gewachsenes System. Bei der Erschließung des Baugebiets nach dem Zweiten Weltkrieg habe man schnell Wohnraum geschaffen. Drainagen habe man dabei an einen Fremdwasserkanal angeschlossen. Kuhn: „Er leitet offenbar nur Schichtwasser ab. Grundwasser stellte bei der jüngsten Baumaßnahme jedenfalls kein Problem dar, obwohl die Kanäle und Hausanschlüsse bis zu 4,00 m tief verlegt wurden. Es war keine Wasserhaltung erforderlich.“
Damit deutet Kuhn eine weitere Herausforderung der Baustelle an: Im Anschlussbereich liegen die Kanäle in vier Metern Tiefe, an niedrigster Stelle dagegen nur 2,20 m tief. Aufgrund dieser Höhenunterschiede kam auch der Funke-ILA, der innenliegende Absturz, zum Einsatz. Mit seiner Hilfe konnten Differenzen zwischen 0,50 m und 1,00 m überbrückt werden. Beim ausführenden Unternehmen ist man zufrieden mit den Produkten von Funke Kunststoffe, wie Bauleiter Lukas Beck von Rossaro betont: „Die DWCor®-Kombischächte sind eine tolle Lösung. Sie haben uns die Arbeit angesichts der herausfordernden Platzverhältnisse enorm erleichtert. Auch die übrigen, fertig angelieferten Kunststoffschächte waren einfach zu setzen und mit dem HS®-Kanalrohrsystem gut zu verbinden.“
Farbliche Unterscheidung der Misch- und Fremdwasserkanäle
Für den Fremdwasserkanal verlegten die Tiefbauer HS®-Kanalrohre der Nennweite DN/OD 200 und für den Mischwasserkanal vorwiegend Rohre der Nennweiten DN/OD 315 und DN/OD 400 zuzüglich Hausanschlussleitungen in DN/OD 160. Dadurch, dass die Kanalrohre sich farblich unterscheiden – die Mischwasserleitungen sind braun, der Fremdwasserkanal blau – wird die Zuordnung auch in vielen Jahren noch zweifelsfrei möglich sein. Funke-Fachberater Ralf Weber betont: „Die zu erwartende Nutzungsdauer der HS®-Kanalrohre liegt bei bis zu 100 Jahren. Die Rohre sind durchgefärbt. So sind sie auch später noch sowohl von außen im offenen Baugraben als auch von innen bei Kamerabefahrungen direkt unterscheidbar.“

