Immer mehr Kirchengebäude in Nordrhein-Westfalen stehen vor einer großen Herausforderung: Von den ungefähr 6.000 Kirchengebäuden (konfessionsübergreifend) in NRW werden ca. 3.000 in absehbarer Zukunft nicht mehr für Gottesdienste und Gemeindearbeit gebraucht. Gleichzeitig prägen sie das Stadtbild und erfüllen wichtige Funktionen für das gesellschaftliche Leben vor Ort. Mit „Kirchenräume neu denken – Ein Leitfaden für Kommunen, Gemeinden und Engagierte“ legt Baukultur NRW nun eine praxisorientierte Publikation vor, die den Umgang mit Kirchengebäuden und deren Umgestaltung neu beleuchtet.
Im Mittelpunkt steht eine klare Botschaft: Kirchenräume sind keine Problemfälle, sondern wertvolle Ressourcen. Sie bieten Potenziale für neue Nutzungen und können auch zukünftig als Orte der Begegnung, der Gemeinschaft und der sozialen Infrastruktur dienen – sowohl in städtischen als auch in ländlichen Räumen.
Kirchenräume sind wertvolle Ressourcen, keine Problemfälle
Die Publikation richtet sich an Kommunen, Kirchengemeinden sowie zivilgesellschaftliche Initiativen und Akteur*innen, die sich mit der Zukunft von Kirchengebäuden befassen. Der Leitfaden versteht sich ausdrücklich als Arbeitsinstrument für die Praxis. Ziel ist es, Verantwortliche zu ermutigen, die Anforderungen zu prüfen, Ideen zu entwickeln und Kooperationen aufzubauen.
„Kirchenräume neu denken“ zeigt, wie aus ersten Überlegungen tragfähige Projekte entstehen können. Neben grundlegenden Fragen zu Beginn eines Umnutzungsprozesses werden Herangehensweisen vorgestellt, die Transformation von Kirchenräumen unterstützen. Erfahrungsberichte und Fachbeiträge aus Politik, Architektur, Baukultur, Verwaltung und Denkmalpflege ergänzen die praxisnahen Inhalte – u. a. von Daniel Sieveke, Staatssekretär im NRW-Bauministerium; Prof. Dr. Barbara Welzel vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung der TU Dortmund; Architekt Jörg Beste von synergon sowie Peter Köddermann, Geschäftsführer Programm von Baukultur NRW.
Umwandlung mehr als ein Immobilienprojekt
Die Transformation eines Kirchengebäudes ist weit mehr als ein reines Immobilienprojekt. Sie erfordert einen sensiblen Umgang mit der Geschichte, der Architektur und den Bedürfnissen eines Quartiers. Gleichzeitig eröffnet sie Möglichkeiten für neue Formen des Zusammenlebens – etwa durch kulturelle Angebote, Bildungsformate, soziale Einrichtungen oder nachbarschaftliche Treffpunkte. Solche Orte sind zentral für den Erhalt einer demokratischen Gesellschaft.

Ein besonderes Augenmerk legt der Leitfaden auf die Rolle der Kommunen. Denn auch Stadtverwaltungen sind zunehmend mit Kirchenschließungen konfrontiert und haben die Chance, diese Entwicklungen aktiv zu begleiten. Die Handreichung unterstützt dabei mit Checklisten und Vorlagen, lenkt den Blick auf Rollenverteilungen und regt zur fundierten Analyse des kirchlichen Bestands an – mit dem Ziel neue Perspektiven einzunehmen und Kirchen weiterhin als wichtigen Teil einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung zu begreifen.
„Kirchenräume neu denken – Ein Leitfaden für Kommunen, Gemeinden und Engagierte“ Ab sofort als Print-Ausgabe bei Baukultur NRW zu bestellen und außerdem als PDF zum Download: baukultur.nrw/kirchenraeumeneudenken
www.baukultur.nrw

