Die flächendeckende Versorgung Deutschlands mit Glasfaser ist ein politisches Ziel, das parteiübergreifend hohe Zustimmung findet. Die Vernetzung von Haushalten, Unternehmen und Institutionen erzeugt einen wachsenden Bedarf an Datenvolumen. Zukunftssichere Netze sind entscheidend für die Standortqualität ebenso wie für die Lebensqualität von Städten und Gemeinden. Bis 2030 soll das Land erschlossen sein, so die Gigabitstrategie des Bundes. Das aktuelle Bild ist aber ein anderes: Der Ausbau stockt.
Hintergrund dieser Verlangsamung ist eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Eckdaten seit 2022. Die Zinswende hat die Finanzierung des politisch präferierten eigenwirtschaftlichen Ausbaus bei gleichzeitig steigenden Kosten deutlich erschwert. Hinzu kommt eine andauernde Knappheit an qualifizierten Unternehmern, die den Ausbau der Dateninfrastruktur vor Ort übernehmen können.
Insbesondere die Langwierigkeit der Tiefbauarbeiten wurde oft zur Belastung für das Verhältnis zwischen einer Gemeinde und ausbauendem Telekommunikations-Unternehmen. Wurden dann noch konkrete Probleme in der Umsetzung der Bauarbeiten sichtbar, gab es deutliche Kritik. Diese Vorgänge waren zuletzt branchenweit zu beobachten.
Die Infrafibre Germany-Gruppe, zu der die Unternehmen LEONET und BBV gehören, hat sich deshalb entschieden, eine alternative Legemethode, das Stufenschleifverfahren zu erproben. Es wurde von der Fiber Europe GmbH in Österreich entwickelt, patentiert und dort bereits über zehn Jahre erfolgreich angewendet. Mit der DIN-Norm 18220 ist es ebenso wie weitere neue Verfahren als anerkannte Technik definiert.
Bei diesem Verfahren wird ein schmaler Schlitz in eine gebundene Oberfläche geschliffen, statt einen offenen Graben auszuheben. Diese ‚minimalinvasive‘ Vorgehensweise ist deutlich schneller. Sie erreicht bis zu 600 Meter pro Tag, herkömmlicher Tiefbau ca. 60 – 80 Meter.
Aus Sicht der Kommunen besonders interessant: Weil weniger Material bewegt wird, entfällt ein Großteil des Baustellenverkehrs und damit die Belastung durch Lärm, Schmutz und Verkehr. Eine Straße, in der Glasfaser verlegt wurde, ist nach zwei Tagen wieder befahrbar. Ein großer Vorteil für den innerörtlichen Verkehr und die Bevölkerung.
Ein Einsatz des Verfahrens durch die BBV in Guttenbach im Neckar-Odenwald übertraf die Erwartungen aller Beteiligten: Sieben Wochen nach Beginn der Arbeiten wurde der erste Hausanschluss aktiviert. Bei einem Infrastrukturprojekt, dessen Fortschritte sonst in Quartalen oder Jahren gemessen werden, ein großer Erfolg.
Diese Methode wird nicht alle Hindernisse beim Ausbau der Glasfaserinfrastruktur beseitigen. Aber sie kann einige der Probleme, die Kommunalpolitiker mit diesem ehrgeizigen Projekt verbinden, durch innovative Verfahren lösen.
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