Sechs Kommunen entwickeln im Projekt LKFlex gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben Konzepte zur Einbindung flexibler Biogasanlagen in die kommunale Wärmeplanung. Ausgewählt wurden Oelsnitz/Vogtland in Sachsen, Hermeskeil/Reinsfeld in Rheinland-Pfalz, Adelshofen in Bayern, Delmenhorst in Niedersachsen, Calau in Brandenburg und Uedem in Nordrhein-Westfalen.
Der vollständige Projekttitel lautet „Landwirtschaft – Kommune – Flexibilität: Integration von Biogas-Speicherkraftwerken in die kommunale Wärmeplanung für eine effiziente Energieversorgung“. Die Flexperten und die Agentur für Erneuerbare Energien begleiten die beteiligten Kommunen und Anlagenbetreiber über drei Jahre bei der Entwicklung standortspezifischer Wärme- und Energiekonzepte.
Flexible Biogasanlagen können Strom gezielt dann erzeugen, wenn Wind- und Solaranlagen weniger liefern. Gleichzeitig fällt in Blockheizkraftwerken nutzbare Wärme an. Gerade im ländlichen Raum wird dieses Potenzial bislang häufig nicht vollständig erschlossen; ein Teil der Abwärme bleibt ungenutzt. Für eine stärkere Wärmeauskopplung können größere Gasspeicher, leistungsfähigere Blockheizkraftwerke oder neue Wärmenetzanschlüsse erforderlich sein.
Solche Investitionen sind technisch und wirtschaftlich anspruchsvoll. Das Projekt soll deshalb Kommunen, Landwirtschaft und Energieakteure früh zusammenbringen. Professionelle Moderation, technische Validierung und strategische Prozessbegleitung sollen helfen, tragfähige Rollen, Abnahmemengen, Leitungsverläufe und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Zugleich geht es darum, Anlagen nach dem Auslaufen ihrer bisherigen EEG-Förderung eine wirtschaftliche Perspektive zu geben.
Für die kommunale Wärmeplanung ist der Ansatz interessant, weil lokale erneuerbare Erzeugung, flexible Strombereitstellung und Wärmenutzung gemeinsam betrachtet werden. Ob ein Konzept trägt, hängt jedoch von Wärmedichte, Entfernung zu Abnehmern, saisonalem Bedarf, Investitionskosten und vertraglicher Absicherung ab.
Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE)

