Die Städtebauförderung bleibt ein zentrales Instrument für lebenswerte Kommunen, soziale Stabilität und die Anpassung an aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, demografische Veränderungen und veränderte Anforderungen an öffentliche Räume. Wie vielfältig die Projekte inzwischen geworden sind, zeigte der diesjährige Tag der Städtebauförderung unter dem Motto „Lebendige Orte, starke Gemeinschaften“. Zahlreiche Städte und Gemeinden präsentierten Maßnahmen, mit denen Quartiere aufgewertet, öffentliche Räume neu gestaltet und die Lebensqualität verbessert werden.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur klassische Sanierungsmaßnahmen, sondern zunehmend integrierte Konzepte aus Klimaanpassung, Bürgerbeteiligung, Kultur, Mobilität und sozialer Infrastruktur. Unterstützt werden viele Kommunen dabei durch externe Stadtentwicklungs- und Fördermittelmanager, die von der Antragstellung bis zur Umsetzung begleiten.
Ein besonders anschauliches Beispiel lieferte Kassel. Dort stand der Stadtteil Bettenhausen im Fokus, in dem mehrere Projekte des Förderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ vorgestellt wurden. Sichtbar wurde dabei, wie unterschiedlichste Orte zu einem zusammenhängenden Quartierskonzept verbunden werden können. So soll die Kirche St. Kunigundis künftig stärker als Kultur- und Veranstaltungsort genutzt werden. Ein denkmalgeschützter Hochbunker wird zu einem soziokulturellen Treffpunkt mit Musik- und Veranstaltungsflächen umgebaut. Ergänzt wird dies durch einen neu gestalteten Mehrgenerationenpark mit Aufenthalts-, Sport- und Grünflächen. Neben der sozialen Funktion spielt dabei auch die Klimaanpassung eine wichtige Rolle. Neue Grünflächen und offene Aufenthaltsräume sollen zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen und die Aufenthaltsqualität erhöhen.
Auch kleinere Städte nutzen die Städtebauförderung zunehmend strategisch. In Rotenburg an der Fulda wurde beispielsweise die Umgestaltung des nördlichen Fuldaufers gestartet. Nach der Aufwertung des Südufers folgen nun neue Aufenthaltsbereiche und Zugänge zum Wasser. Finanziert wird das Projekt nicht nur über klassische Städtebauförderung, sondern zusätzlich über Programme zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel. Damit zeigt sich ein Trend, der viele Kommunen beschäftigt: Stadtentwicklung wird immer stärker mit Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen verzahnt.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass Bürgerbeteiligung inzwischen ein fester Bestandteil moderner Stadtentwicklung ist. In zahlreichen Kommunen standen Mitmachformate, Baustellenführungen, Quartiersfeste und Dialogveranstaltungen im Mittelpunkt. Bürgerinnen und Bürger konnten Ideen einbringen, sich über Planungsstände informieren oder konkrete Projekte vor Ort erleben. Beispiele dafür gab es unter anderem in Lampertheim, Neu-Isenburg, Bebra, Eschwege oder Oestrich. Dabei ging es häufig um die Gestaltung öffentlicher Räume, die Stärkung lokaler Zentren oder die Umnutzung bestehender Gebäude.
Ein weiterer Schwerpunkt vieler Projekte ist die Revitalisierung von Innenstädten und leerstehenden Gebäuden. In Eschwege wurde etwa ein neuer „Stadtraum“ als Experimentierfläche für kulturelle und wirtschaftliche Konzepte vorgestellt. Parallel informierte die Stadt über ein Onlineportal zur Vermarktung leerstehender Ladenflächen. Solche Ansätze gewinnen vor dem Hintergrund zunehmender Leerstände und veränderter Nutzungsanforderungen an Bedeutung.
Der Tag der Städtebauförderung machte damit erneut deutlich, dass moderne Stadtentwicklung weit über bauliche Maßnahmen hinausgeht. Gefragt sind heute integrierte Konzepte, die soziale, ökologische und funktionale Anforderungen gleichermaßen berücksichtigen. Für Kommunen wird es dabei immer wichtiger, Fördermittel gezielt einzusetzen, unterschiedliche Akteure einzubinden und langfristige Entwicklungsstrategien zu verfolgen.
Quelle: www.nhw.de

